Zur Regionalkonferenz fanden sich BDM-Mitglieder aus der Region Schwaben im Gasthof Eichel in Buchloe zusammen. Geleitet wurde die Versammlung von den BDM-Landesvorsitzenden Hans Leis und Manfred Gilch, die auch die Wahl der Landesdelegierten für Schwaben durchführten. Sarah Wochner von der Firma Förster Technik bereicherte die Versammlung mit einem Gastvortrag über die Optimierungsmöglichkeiten bei der Kälberhaltung.
Klarer Aufruf zur Aktivierung des Freiwilligen Lieferverzichts bei der Regionalversammlung in Schwaben


Zur Früherkennung solcher Marktkrisen, wie sie uns nun wieder bevorstehen, hat der BDM ein Stufenmodell entwickelt, das Gilch bei der Versammlung in Buchloe skizzierte. Um Veränderungen auf dem Markt analysieren zu können, und unabhängig von politischen Beschlüssen zu sein, brauche man einen Marktindex, der sich aus verschiedenen Marktkennzahlen einschließlich der Produktionskosten der Bauern errechnet. Bei einem ausgeglichenen Markt liege der Wert idealerweise bei 100. Dieser Index würde schon einige Monate im Voraus die Entwicklung des Milchpreises anzeigen. Sobald es zu einem Absturz des Index komme, würde das Modell zunächst eine Frühwarnung auslösen. An diesem Punkt gelte für die Bauern, das Marktgeschehen genau zu beobachten, und das eigene Lieferverhalten an die Entwicklung auf dem Markt anzupassen. Sollte es dennoch zu einer Krise kommen, könnte von denjenigen, die trotz der Warnung ihre Milchmenge erhöht haben, anschließend eine Marktverantwortungsabgabe eingefordert werden. Diese Gelder könnten wiederum verwendet werden, um die Entschädigungen beim anschließend aktivierten Freiwilligen Lieferverzicht zu finanzieren. Wenn sich der Marktindex auch nach dem Freiwilligen Lieferverzicht nicht erholt, würden in der letzten Stufe des Modells alle Erzeuger in Europa dazu verpflichtet, ihre Menge zu reduzieren.
Gilch stellte klar heraus, dass dieses Marktkrisenmanagement-Modell dabei helfen würde, Schwankungen auf dem Milchmarkt unabhängig von der Politik schneller zurück ins Gleichgewicht zu bringen. Im Anschluss an die Milchkrisenanalyse führte Hans Leis die Wahl der Landesdelegierten für die Region Schwaben durch. Insgesamt 22 BDM-Mitglieder haben sich zu den Vertretern der Region ernennen lassen.

Der weit verbreitete Status Quo sei aktuell, dass Kälber in ihren ersten Lebenswochen in einzelnen Iglus gehalten werden – so werden sie und ihr Immunsystem davor geschützt, mit Erregern anderer Tiere in Kontakt zu geraten. Wochner erklärte in Buchloe, worauf nach der Geburt eines Kalbes besonders zu achten ist. In den ersten 21 Tagen baue das Kalb durch passive Immunisierung sein Immunsystem auf. Zwischen dem 14. und 21. Lebenstag sei besondere Vorsicht geboten: Hier ist das Immunsystem wegen der sogenannten immunologischen Lücke schwach. In dieser Phase steigt die aktive Immunisierung langsam an, die sich nach dem 21. Tag auf einem soliden Niveau einpendelt.
Was daraus praktisch abzuleiten ist: Kälber sollten entweder schon vor dem 14. oder erst nach dem 21. Tag von der Einzel- in die Gruppenhaltung gebracht werden. Denn beim Kontakt mit anderen Kälbern wird das Immunsystem besonders auf den Prüfstand gestellt. Wichtig zu beachten ist, dass Rinder wie wir Menschen soziale Tiere sind. So habe die frühe Gruppenhaltung unter anderem den Vorteil, so Sarah Wochner, dass die Kälber soziales Verhalten schneller lernen und sich auch besser an die Stalleinrichtung gewöhnen können. Um Kälber langsam an das soziale Leben zu gewöhnen, gebe es die Möglichkeit, sie zunächst in Paaren zu halten und anschließend in kleinere Gruppen überzugehen.
Zum Abschluss der Regionalversammlung in Buchloe appellierten die Leiter Hans Leis und Manfred Gilch an alle BDM-Mitglieder, sich am Mittwoch, 28.01., mit Schleppern auf den Weg nach München zu machen. Bei einer Großdemonstration ab 11 Uhr am Odeonsplatz soll dort angesichts der aktuellen Marktkrise ein Zeichen gesetzt werden, den Art. 219 des Freiwilligen Lieferverzicht gegen Entschädigung umgehend zu aktivieren und politisch umzusetzen. Jetzt heißt es, Kriseninstrumente aktivieren statt Bauern ruinieren!



