NI: Agrarpolitischer Abend – kontroverse Diskussion über die verdeckte Milchpreiskrise

(Hesel). Das BDM-Landesteam Niedersachsen lud ein Jahr nach der Landtagswahl die agrarpolitischen Sprecher der niedersächsischen Landtagsfraktionen Frau Miriam Staudte (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Karin Logemann (SPD), Helmut Dammann-Tamke (CDU) und Hermann Grupe (FDP) zum Diskussionsabend nach Hesel ein.

Die Milchviehhalter betonten gegenüber den agrarpolitischen Sprechern,
dass die Milch in Deutschland mit den hohen Auflagen und Verordnungen
sowie steigenden Anforderungen rund ums Tierwohl nicht im 30
Cent-Bereich zu produzieren sei. Neben der eigentlichen
Milchpreisproblematik wurde ausgiebig über Themen diskutiert, welche die
Betriebe immer mehr unter wirtschaftlichem Druck bringen.

Heftig kritisierten die Bauern die Unglaubwürdigkeit der Politik am Beispiel der Abschaffung der Weideprämie. Noch kürzlich hatte das Land Niedersachsen die Weidetierhaltung als Markenzeichnen beworben und nun wird die Förderung der Weidetierprämie ersatzlos gestrichen.  Helmut Dammann-Tamke erklärte die Kürzung, dass kein Geld für die Ausgleichzulage übrig war. Karin Logemann schilderte ihr Engagement für den Erhalt der Prämie und sie wollte mit einer schmalen Version ein Zeichen setzen. Letztendlich standen im Haushaltsplan keine Mittel zur Verfügung und die Weideprämie lief aus.

Für weiteren Unmut bei den Milchviehhaltern sorgten die Gänse, welche unter Naturschutz stehen aber die Felder kahl fressen und zu viel Kot hinterlassen. Hier schlug Helmut Dammann-Tamke vor, dass zukünftig die betroffenen Bauern selber wählen sollten ob sie die Gänse bejagen und dann aber auf Umweltprämien verzichten. Hermann Grupe beschrieb die aktuelle Situation für die Landwirte: „Egal was die Politik macht, die Bauern müssen es ausbaden“. Grupe sprach sich für den Erhalt der zweiten Säule aus und sieht darin die Basis der Existenz der kleinen Betriebe.

Miriam Staudte sprach über ihre Vorstellungen von einer komplett neu ausgerichteten Agrarpolitik. Sie bezeichnete die aktuelle Situation als verdeckte Milchkrise, bei der es wichtig sei von der Überproduktion sowie Einlagerung von Milchpulver wegzukommen. Außerdem schlug sie vor, eine klare Kennzeichnung zur Herkunft von Lebensmitteln, insbesondere zu den Haltungsbedingungen, einzuführen.

Zum Thema:

Viel Reibung beim Agrar-Gipfel in Hesel – oz-online.de

 

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