Schluss mit lustig – uns geht die Luft aus!

Liebe BDM-Kreisteam-Engagierte, liebe Kämpferinnen und Kämpfer,
sicher habt Ihr es schon über unsere Mitgliederinfos verfolgt: Im Rahmen des vom BDM initiierten Milchdialogs haben sich die mitwirkenden Verbände und Organisationen nach vielen Gesprächen auf gemeinsame Aktionen verständigt, denen weitere folgen sollen. Im Einzelnen sind das neben dem BDM die LsV-Milchgruppe, die AbL, die Freien Bauern, das EMB, die MEG Milch Board w.V., unterstützt auch von der Bauern & Land Stiftung.

Warum der Vorstoß aus dem Milchdialog?
In diesem Bereich gibt es bereits seit März einen vertieften Austausch unter den Verbänden und Organisationen der Erzeuger. Wünschenswert ist aber, dass möglichst viele Bäuerinnen und Bauern aus den verschiedenen Sektoren gemeinsam Schulter an Schulter ihre Forderungen an die unterschiedlichen Verarbeitungsunternehmen nicht nur im Milch-, sondern auch im Fleisch-/Schlachtbereich überbringen. Das verbandsübergreifende Forderungspapier, das die Teilnehmer des Milchdialogs gemeinsam tragen, umfasst daher nicht nur eine Mehrpreis-Forderung für Milch und Rindfleisch, sondern auch für Schweine- und Geflügelfleisch. Es geht allen Tierhaltern an die Existenz – das wollen wir damit zum Ausdruck bringen und uns innerhalb des Tiersektors solidarisch zeigen. Dass insbesondere auch die Schweinehalter derzeit aus mehreren unterschiedlichen Ursachen existenziell unter Druck stehen, bleibt davon gänzlich unbenommen.
Die desaströse Situation insbesondere der Tierhalter angesichts ruinöser Preise für Milch und Fleisch brauchen wir Euch ebenfalls nicht erklären. In der Öffentlichkeit wird diese Situation von vielen anderen drängenden Themen und auch den Problemen vieler anderer Branchen überlagert. Deshalb müssen wir mit unseren Aktionen auf unsere wirtschaftliche Situation aufmerksam machen. Beim LEH haben die Bäuerinnen und Bauern bereits mit ersten Aktionen auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Jetzt müssen wir an anderer Stelle nachlegen.
Zu den Verarbeitern (Molkereien, Schlachtunternehmen etc.) gehen wir ganz bewusst, sie sind unsere direkten Marktpartner, sie nehmen unsere Produkte ab und bezahlen uns. Wir verhandeln nicht mit dem Lebensmitteleinzelhandel, das machen unsere Verarbeiter. Sie ermöglichen dem LEH mit ihren „günstigen“ Kontraktangeboten billige Beschaffungspreise. Sie sind es auch, die immer wieder bei der Politik betonen und versprechen, mit Branchenlösungen und ohne politische Veränderungen der Marktrahmenbedingungen das wirtschaftliche Desaster von uns Bäuerinnen und Bauern beenden zu können. Und sie sind in der Lage, auch kurzfristig mehr Wertschöpfung für die Bauern zu realisieren. Wir brauchen kurzfristig höhere Erlöse! Wir brauchen für 100 % unserer Milch mehr Geld – nicht nur für die 37%, die an den LEH gehen!
Mit konkreten Mehr-Preisforderungen für Milch (plus 15 Cent/kg), Rindfleisch (plus 1 €/kg), Schweinefleisch (plus 50 Cent/kg) sowie Geflügelfleisch (plus 20 Cent/kg) werden wir an die Verarbeitungsebene herantreten.

Folgender Einstieg in die Aktionen ist abgestimmt:

Zeitschiene:
Mittwoch, 4.11.2020
Veröffentlichung einer gemeinsamen Pressemitteilung, mit der die Preisforderungen und Aktionen schon angekündigt wurden.

Mittwoch, 11.11.2020, 11 Uhr 11
Übergabe unseres Forderungspapiers „Schluss mit lustig – uns geht die Luft aus!“ an Molkereiunternehmen, Schlachtunternehmen etc. an möglichst vielen unterschiedlichen Unternehmensstandorten
Die Umsetzung muss Corona-angepasst erfolgen: Die Übergabe soll durch eine Delegation von zwei Personen (Corona-bedingt) erfolgen, gerne in Begleitung einer gewissen Anzahl von Schleppern/Fahrzeugen, deren Fahrer auf den Fahrzeugen sitzen bzw. bei ihnen stehen bleiben sollten – auf jeden Fall muss auf die Einhaltung der Corona-Abstandsregelung geachtet werden.

Donnerstag, 19.11.2020, (Uhrzeit noch offen)
Abholung der (schriftlichen) Antwortschreiben
ebenfalls in Delegationslösung plus Begleitung möglichst mit einer größeren Anzahl von Schleppern/Fahrzeugen
Anschließend:
– Auswertung der Antworten/Reaktionen der Verarbeitungsebene auf die gestellten Forderungen
– Beratungen über die weiteren Reaktionen/Aktionen auf die Antworten der Verarbeitungsebene
Wohin geht´s?
Wir wollen bei möglichst allen Verarbeitungsstätten aufschlagen, also nicht nur bei den Zentralen. Die Adressen der Standorte der Molkereiunternehmen und Schlachtereien werden auf www.milchdialog.com gelistet (ab Montag online) oder sind über orga@milchdialog.com zu beziehen.

Warum?
o Starke Botschaften brauchen eine zahlreiche Präsenz in der Fläche
o Mediales Interesse in möglichst vielen Regionen erzeugen
o Kürzere Anfahrtswege
o Auch die Konzernzentralen erreicht es mit mehr Nachdruck, wenn die Landwirte bei den verschiedenen Unternehmensstandorten vor der Tür stehen.
o Außerdem: Gerade weil unsere Aktionen unter Corona-Bedingungen ablaufen müssen, ist die Präsenz in der Fläche umso wichtiger.

Wie sollen die Aktionen ablaufen?
o Das beste Szenario wäre, wenn sich die Zwei-Personen-Delegation zusammensetzen würde aus unterschiedlichen Verbandsvertretern oder je ein Vertreter Milch und Vertreter Fleisch zusammen. Ideal wäre, wenn gerade bei dieser ersten Übergabe, bei der nicht in eine tiefere Diskussion eingestiegen werden soll, Milch und Fleischsektoren gemeinsam nicht nur zu den Molkereien, sondern auch zu den Schlachtereien fahren würden.
o Die Gemeinsamkeit der Verbände und Organisationen soll auch an den Begleitfahrzeugen sichtbar werden: mit unterschiedlichen Verbands-/Organisationsfahnen signalisieren wir Einigkeit trotz Verbandsvielfalt.
o Um nicht von unseren Forderungen abzulenken, ist wichtig, dass sich mitgebrachte Schilder ausschließlich auf die Forderungen des Forderungspapiers konzentrieren (also z. B. „15 Cent mehr für den Liter Milch“). Wir haben uns gemeinsam bewusst auf diese Forderungen beschränkt, um die Botschaft nicht zu verwässern und keine Ablenkungsdiskussionen führen zu müssen. Forderungen, die nur politisch umsetzbar sind, laufen bei den Verarbeitern ins Leere! Bitte beachten: Die Botschaft wird über Fotos am schnellsten aufgenommen. Wenn vom Bauernbashing über Düngeverordnung alles gleichermaßen thematisiert wird, weiß der Betrachter nicht, was die Bauern eigentlich wollen!
o Das Forderungspapier, das übergeben werden soll, wird den Teams am Montag zur Verfügung gestellt. Idealerweise wird es nicht nur als Papier überreicht, sondern aufgeklebt auf einem Holzbrett, einer Schiefertafel, Laterne, etc. – das ist fürs Foto interessanter!

Weitergehende Möglichkeiten:
o Die Delegationen können auch zwei oder mehr Verarbeitungsstätten nacheinander anfahren, also zunächst einen Schlachthof, dann eine Molkerei – oder umgekehrt.

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich mitmachen will? Welche Standorte werden schon angefahren?
In der Molkerei- und Schlachterei-Liste soll vermerkt werden, welche Standorte von welchen Teams angefahren werden. Dazu brauchen wir Eure Rückmeldung unter orga@milchdialog.com. Wir wissen, dass vieles über WhatsApp läuft, wir bitten Euch trotzdem, die Standorte ganz offiziell per E-Mail zu melden, da wir sonst unzählige WhatsApp-Nachrichten haben, die an unterschiedliche Empfänger gehen und mühsam wieder zusammengeführt werden müssen.
Wer im Zweier-Team das Papier mit übergeben will, sollte sich bitte ebenfalls über orga@milchdialog.com mit Angabe seiner Kontaktdaten anmelden, damit wir die Unternehmensstandorte und Ansprechpartner gleichmäßig verteilen und koordinieren können.
Weitere Mitfahrer mit Fahrzeugen sind willkommen – natürlich auch ohne Anmeldung. Bitte aber um unbedingte Einhaltung der Corona-Regeln (s. oben).

Was ist noch wichtig?
o Bei der Übergabe des Forderungspapieres keine Detaildiskussionen führen. Die Vertreter der Verarbeitungsunternehmen haben tausenderlei Gründe, warum etwas nicht geht oder sie nicht zuständig sind.
o Im Vordergrund der bei der Übergabe geführten Gespräche sollte die mehr als angespannte wirtschaftliche Situation auf unseren Betrieben stehen, insbesondere der Tierhalter.
o Den vereinzelten Äußerungen von Vertretern von Molkereiunternehmen, die Milcherzeugerpreise müssen um 10 – 15 Cent/kg angehoben werden (Arla/Markus Mühleisen) oder das DMK-Bekenntnis zur ihrer Verantwortung auch für die Milchviehhalter (im Rahmen einer Anzeige mit dem Titel „Kein Witz“) müssen Taten folgen!
o Eine persönliche Anmeldung bei den zu besuchenden Verarbeitungsunternehmen ist nicht notwendig (kann natürlich gemacht werden).
o Sollte sich aus der Führungsebene (Geschäftsführung, Werksleitung) niemand in der Lage sehen, das Forderungspapier entgegen zu nehmen, kann es auch dem Pförtner übergeben oder in den Briefkasten geworfen werden.
o Regionale Medienvertreter bitte vorab informieren, bitte aber nicht erwarten, dass diese auch vor Ort anwesend sind. Die Redaktionen sollten aber unsere für die Übergabe der Forderung erstellte Pressemitteilung erhalten (folgt). Den Entwurf der Pressemitteilung bitte mit den Namen der Zweimann-Delegation ergänzen.
o Wenn Ihr noch Fahnen und/oder BDM-Mund-Nasen-Masken benötigt, so könnt Ihr diese bis Freitagmittag beim Büro Wittenburg bestellen, dann kommen diese noch rechtzeitig bei Euch an.

Grundsätzliches:
o Wir wissen, dass viele Bäuerinnen und Bauern nicht unbedingt gerne bei ihren Verarbeitern aufschlagen. Aber: Sie sind unsere direkten Marktpartner, sie legen die Preise für unsere Erzeugnisse fest und sie unterbieten sich immer wieder gegenseitig beim Handel.
o Bei den jetzt feststehenden Aktionen darf es keine Beeinträchtigungen des Betriebsablaufes geben. Wir sind fair und geben unseren Verarbeitern die Zeit, auf unsere Forderung, die diese ja überhaupt erst mal erhalten müssen, zu reagieren.
Gemeinsam müssen wir dafür aktiv werden, dass der Ernst unserer Lage wahrgenommen wird und die Handlungsnotwendigkeit erkannt wird!
11.11.2020 – Bei uns ist längst Schluss mit lustig!
Bei noch offenen bzw. neu entstehenden Fragen könnt Ihr euch gerne an uns wenden, viel Erfolg beim Organisieren. Erreichbar sind wir wie immer über unsere Geschäftsstellen (08161(5384730 bzw. 038852/906312) oder direkt über 0170/5638056 (Hans Foldenauer).

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