BB: Jetzt handeln – Das System Milch kollabiert

(BB/Steinhöfel). Was kann getan werden, um Marktverwerfungen auf dem Milchmarkt rechtzeitig begegnen zu können? Nach einer kurzen Phase der Preiserholung droht der Milchmarkt erneut durch unkontrollierte Milchanlieferungen aus dem Gleichgewicht zu geraten und es zeichnen sich Milchpreise unter 30 Cent/kg Milch für die Erzeuger ab. Hier wird ganz klar deutlich, dass das bestehende europäische Sicherheitsnetz mit privater Lagerhaltung und Intervention nicht ausreicht, um anbahnende Krisen mit massiven Preisabstürzen entgegen zu wirken.

Aufgrund des aktuellen Preisrutsches lud der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. den Bundestagsabgeordneten und Mitglied des Agrarausschusses, Herrn Hans-Georg von der Marwitz,  und Berufskollegen aus den Landkreisen  Märkisch-Oderland sowie Oder-Spree auf die Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH Buchholz ein. Der CDU-Politiker von der Marwitz berichtete über Neuigkeiten aus dem Agrarausschuss und den ersten Arbeitstagen und Sitzungen des Bundestages.
Im Anschluss stellte Benjamin Meise, Geschäftsführer Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH Buchholz, seine Vorstellung zum molkereiorientierten Ansatz von Mehrpreismodellen zur Milchmengenreduzierung vor, um Preistäler umschiffen zu können. „Verwertungsorientierte Mehrpreismodelle sind in der Lage, kurzfristig die Milchproduzenten aus ihrem Dilemma zum maximalen Produktionszwang zu befreien und einen Beitrag zu einer marktbasierten und humanen Mengensteuerung zu leisten“, erklärte er. Daher sei es aus seiner Sicht die beste Variante. Allerdings müsse seitens der Molkerei ein Umdenken stattfinden.
Frank Lenz, BDM-Bundesvorstand, schilderte das BDM-Krisenmanagementkonzept für den europäischen Milchmarkt, welches ein dreistufiges Modell mit Frühwarnung, Deckelung und zeitlich, begrenzter Reduzierung der Milchmenge in Krisenzeiten vorsieht. In diesem Zusammenhang verwies Lenz auf die Stabilisierung des Milchmarktes durch das zweite EU-Hilfspaket. „Das zweite EU-Hilfspaket mit der Milchsonderbeihilfe- und dem Mengenreduktionsprogramm haben gezeigt, dass mit einer zeitlich befristeten EU-weiten Mengendisziplin mit dem Anreiz zur Reduktion durch die EU eine deutliche Marktwirkung eingetreten ist.
Zum Ende der Veranstaltung gingen die Milchviehhalter mit dem Ziel auseinander, einerseits politisch den Schulterschluss von BDM und DBV zu suchen, um den Forderungen politisch mehr Nachdruck zu verleihen und andererseits auch in den vielen Mitgliederversammlungen der Molkereien für Mehrpreis-modelle zu werben. Schließlich waren sich die anwesenden Landwirte einig, dass die Milchmenge den Preis macht. Um überhaupt gewinnbringende Erzeugerpreise erwirtschaften zu können, muss die Angebotsmenge der Nachfrage angepasst werden. Erst wenn zukünftig Überschussmengen vermieden werden und der Auszahlungspreis Gewinne zulässt, wird sich alles andere finden.

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