SN: Agrarpolitischer Stammtisch mit dem EU-Abgeordneten Dr. Peter Jahr: “Machen immer neue Auflagen Made in Germany zu teuer?”

(Sachsen/Steinberg) Die Initiative „Heimat braucht Bauern“ lud zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. zum Agrarpolitischen Stammtisch mit dem Europaabgeordneten Dr. Peter Jahr sowie den Landtagsabgeordneten Andreas Heinz und Stephan Hösl auf die LWB Kerstin Döhler GbR ein.

Jörg Mothes, Marienhöher Milchproduktion Agro Waldkirchen GmbH, freute sich über die zahlreiche Beteiligung der Vogtländer Milchviehhalter und fragte die Politiker: „Machen immer neue Auflagen Made in Germany zu teuer?“. Laut Mothes kommt hinzu, dass die Milch in unserer Gesellschaft zu wenig Wert geschätzt wird und preislich hinten runter fällt.

„Der Wahlkampf für die Kandidaten zum EU-Parlament läuft auf Hochtouren und wir arbeiten bis zum Schluss“, beschrieb Dr. Peter Jahr die politische Situation in Brüssel. Für die nächste Legislaturperiode wünscht er sich, dass die Bundesregierung auf EU-Ebene einheitlich mit einer Stimme auftritt. Der EU-Abgeordnete Jahr verwies darauf, dass der EU-Kommission die Pläne der Bundesregierung zur Verschärfung der Düngeverordnung noch immer nicht ausreichen und die Kommission längere Sperrzeiten und striktere Regeln für die Ausbringung von Düngemitteln in Hanglagen fordert. „Deutschland hat noch nicht geliefert“, kritisierte er die fehlenden Positionen aus dem deutschen Landwirtschaftsministerium.

Ein weiteres Thema war der Naturschutz und der im Umgang mit dem Wolf in Sachsen. Dr. Peter Jahr erklärte, dass sich das Land Sachsen hinter die Landwirte stellt. Aus seiner Sicht muss der Schutzstatus gemindert werden. Diesbezüglich schilderte Jahr das Vorhaben der Landesregierung eine Bundesratsinitiative zu stellen. Ausgiebig wurden die Entwicklungen am Milchmarkt diskutiert mit der Sorge, dass die Milchproduktion in Deutschland durch immer neue Umweltauflagen zu teuer wird. „Die Milch verschwindet aus dem Vogtland“, war die Botschaft der teilnehmenden Bauern und sie stellten die Frage an die Abgeordneten: „Was wird aus den Grünlandregionen, wenn die Kühe abgeschafft werden?“. Leider blieben konkrete Antworten der Politiker aus.

Hans Foldenauer, Sprecher des BDM-Bundesvorstandes, erklärte, dass die aktuelle Situation in der Landwirtschaft eine Folge der fehlgeleiteten EU-Agrarpolitik, die auf die Interessen der Ernährungsindustrie mit billigen Rohstoffen ausgerichtet, sei. Für Foldenauer bildet die GAP-Reform die große Chance, jetzt die Rahmenbedingungen und die Marktstellung zu Gunsten der Erzeuger zu ändern. Hierbei bezog sich Hans Foldenauer auf die Aussage des Bundeskartellamtes, welche das strukturelle Marktungleichgewicht bei den Lieferbeziehungen zwischen Erzeugern und den Molkereien bescheinigte.

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