Die (Milch-)Menge macht es doch!

Erste Molkereiunternehmen haben ihren Milchauszahlungspreis für die Oktobermilch auf 40 Cent/kg (4 % Fett, 3,4 % Eiweiß) angehoben, ursächlich für diese positive Entwicklung ist eine verhaltenere Rohmilchanlieferung an die Molkereiunternehmen. In Deutschland werden 2,9 Prozent, in Frankreich 2 Prozent weniger Milch im Vergleich zum Vorjahresniveau angeliefert. Trotz einem auf EU-Ebene gegenüber den ersten neun Monaten insgesamt leicht erhöhten Milchaufkommen von 0,3 Prozent reagieren die Märkte für Milchprodukte mit sehr deutlich gestiegenen Notierungen.

„Wieder einmal bestätigt sich der marktwirtschaftliche Grundsatz, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen“, stellt BDM-Vorsitzender Stefan Mann fest. „Und wieder einmal erweist sich das Argument, dass eine Reduzierung des Milchangebots keine Marktwirkung zeigt, als nicht zutreffend“, so Mann weiter. Nicht zutreffend ist auch die Argumentation, dass zurückgehende Milchanlieferungsmengen durch eine Ausweitung der Importmengen kompensiert werden. Seit Jahrzehnten ist die EU vor allem eine Milchexport- Region.

Dennoch ist bei der Molkereiwirtschaft weiterhin eine nur verhaltene Bereitschaft festzustellen, die sehr gute Marktlage für ein schnelleres und noch deutlicheres Anheben der Milcherzeugerpreise zu nutzen. Trotz der nun vorne stehenden „4“ beim Milcherzeugerpreis sind die Kosten der Milcherzeugung nicht gedeckt. Der Blick auf die Entwicklung der Preise für frei handelbare Milch sowie auf den globalen Handelsplattformen lässt wesentlich mehr Handlungsspielraum nach oben erkennen. „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Molkereiwirtschaft ihre Möglichkeiten nicht gänzlich ausschöpft bzw. die Situation von Molkereiunternehmen dazu genutzt wird, ihre Rücklagen weiter auszubauen“, erklärt Stefan Mann.

BDM BundesvorsitzenderStefan MannInsbesondere die Lieferzurückhaltung der Hauptmilcherzeugerländer Deutschland und Frankreich hat die Ausweitung der EU-Milchanlieferung deutlich gebremst und so die positive Marktentwicklung ermöglicht. „Auch für den letzten Zweifler sollte langsam klar sein, dass eine Erhöhung der Nachfrage niemals der alleinige Ansatz für eine notwendige Verbesserung der Milcherzeugerpreise sein kann.
Die Möglichkeit der Einflussnahme auf das Angebot ist mindestens genauso wichtig – wenn nicht sogar noch wichtiger, wenn man die aktuellen Ernährungstrends verfolgt“, so BDM-Vorsitzender Stefan Mann.

„Wollen wir immer warten, bis sich ein Marktgleichgewicht quasi von selbst einstellt, weil Betriebe sich noch nicht einmal mehr Futtermittel leisten können bzw. ganz aufgeben? Oder wollen wir zukünftig als milcherzeugende Branche deutlich mehr Verantwortung für ein Marktmanagement im Sinne der Milchviehhalter übernehmen? Der BDM hat dazu mit der BDM-Sektorstrategie 2030 ein Konzept erarbeitet, das den Anforderungen für eine marktwirtschaftliche Zukunftsgestaltung des Milchmarktes gerecht wird“, betont Stefan Mann.

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