TH: Thüringer Landwirtschaftsministerium unterstützt BDM-Forderungen

(Dermbach/Th). Über fünfzig Landwirte folgten der Einladung des BDM e.V. auf die Rhoenland eG in Dermbach und diskutierten über ein effektives Mengenmanagement auf dem Milchmarkt. Zu Beginn der Veranstaltung stellte Vorstandsmitglied Dr. Gerold Ditzel den landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb mit den verbundenen Unternehmen Öko-Agrar GmbH und Rhönland-Naturprodukte GmbH vor. Über 150 Mitarbeiter bewirtschaften auf einer Höhe zwischen 330 bis 675m über NN in den Vorgebirgslagen der Thüringischen Rhön 4.176 ha, davon 2.100ha Grünland. "Was soll aus dem Grünland werden, wenn wir die Milchkühe abschaffen", fragte Dr. Ditzel Herrn Dr. Ingo Zopf, Abteilungsleiter aus dem Thüringer Landwirtschaftsministerium.

“Die Milch ist ein wichtiges Thema und nimmt im Ministerium einen hohen Stellenwert ein”, argumentierte der Abteilungsleiter. Nach seinen Aussagen hat Thüringen im Ländervergleich den geringsten Milchkuhbestand. Herr Dr. Zopf schilderte die aktuelle Marktsituation und ging auf die uneinheitlichen Notierungen am Milchmarkt ein. “Unfassbar ist, dass bei stagnierender Milchmenge innerhalb der EU auch die Preise bröckeln”, beschrieb er die Lage. “Die Forderungen des BDM e.V. mit einem EU-weiten Krisenmanagement und der Neugestaltung der Vertragsbeziehungen (Art. 148) werden von dem Thüringer Landwirtschaftsministerium unterstützt”, betonte Zopf.

th_Voller_Saal_gro__es_Interesse_1.jpg„Milchmarktkrisen sind globale Krisen“, erklärte Hans Foldenauer, Sprecher des BDM-Vorstandes, zu Beginn seines Beitrages. „Aus diesem Grund brauchen wir eine europäische Lösung“, argumentierte er und fügte hinzu: „Ohne EU-weites Mengenmanagement, vor allem in Marktkrisen, können wir die Betriebe nicht weiterentwickeln und die Politik muss dafür die Rahmenbedingungen schaffen”. Bei den aktuellen Milchpreisen werden die Produktionskosten nicht gedeckt und die Milchviehhalter zahlen jeden Monat aus eigener Tasche dazu oder sind gezwungen, ihren Betrieb aufzugeben.

Vor diesem Hintergrund ist für Foldenauer jetzt der Zeitpunkt für Veränderungen auf dem Milchmarkt und er erläuterte die Sektorstrategie 2030 des BDM. „Die Beziehung zwischen Milchviehhaltern und Verarbeitern und die politischen Instrumente sind seit dem 19. bzw. 20. Jahrhundert weitgehend unverändert geblieben, während sich der Milchmarkt und die Unternehmensstruktur vieler Akteure verändert haben. Daher ist die Neuaufstellung des Sektors notwendig, um die Herausforderungen der Zukunft angehen zu können“, schilderte er. Aus Sicht des BDM-Sprechers macht die Gründung einer Branchenorganisation nur Sinn, wenn sie auf die Milchviehhalter zugeschnitten ist.

Marcus Malsch, Sprecher Landwirtschaft und Forsten der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, ergriff im Anschluss an die Vorträge das Wort und betonte: „In wirtschaftlich guten Zeiten muss gehandelt werden, dass der Marktpreis für die Erzeuger kostendeckend ist“. Der Politiker kritisierte das Kaufverhalten der Konsumenten: „Die Anforderungen bei den Produktionsstandards der landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden immer höher, aber an der Kasse werden die guten Vorsätze über Bord geworfen und es wird zum günstigsten Produkt gegriffen“.

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